Von Honigwaben und Zellengold

 

„Die Geschichte beginnt mit einem Ausbruch, genauer gesagt mit dem größten Massenausbruch in der Geschichte der JVA Lingen. Rund 10.000 schwarz-gelb-gewandeten Ausreißern gelang es vor einiger Zeit bei hellem Tageslicht, über die hohen Mauern des roten Klinkerbaus an der Kaiserstr. zu entfleuchen. Doch Gemach, bei den Ausbrechern handelte es sich um einen Schwarm der Anstaltsimkerei.“ So stand es am 9.7. 2016 in der Meppener Tagespost.

Seit 2016 wird über Imme die Gefängnisimkerei in der JVA unterstützt. In jedem Jahr nehmen 15-20 Männer aus der JVA an einem Grundkurs Imkerei teil und nach 10 Lehrgangsterminen trifft sich die Gruppe weiter alle 4 Wochen. Dabei werden zusätzlich Themen besprochen. Das Projekt würde sicher nicht ohne die Mitarbeiter ,besonders Jens Laurenz und Patricia Goldschmidt und die Unterstützung des Direktors so gut laufen. Die Gefangenen können für sich für den Tag x eine interessante Tätigkeit erlernen und dann betreiben. Beim Kursleiter Rolf Krebber hat sich in diesem Sommer ein Teilnehmer aus dem 2. Ausbildungskurs gemeldet und er hatte mit der Bienenhaltung begonnen.

Drei bis 6 Völker leben in der Kaiserstraße und es gibt mittlerweile einige JVA`s auch in NRW, die diesem Projekt gefolgt sind. Die therapeutische Bedeutung der Ausbildung darf nicht unterschätzt werden, so gehen ja Menschen mit sehr unterschiedlicher Herkunft und Bildungsgrad untereinander und mit den Bienen um.

Den Namen „Zellengold“ für den Honig haben die Gefangenen des damaligen Kurses selber gewählt. Sehr doppeldeutig und klug. Wer ist das Gold der Zelle?

Schon zweimal durfte das Projekt auf dem Apisticustag in Münster seine Arbeit vorstellen und stieß auf sehr großes Interesse bei den Besuchern.

Wechselnde Referenten arbeiten mit Rolf Krebber im Ausbildungsteam und auch für die nächsten Jahre soll dieses Projekt von Imme fortgeführt werden.